Um teures Trinkwasser zu sparen, können wir selbstverständlich auch Schnee schmelzen, um unsere Zimmerpflanzen damit zu gießen, denn unsere Wasservorräte im Garten in den Regentonnen und Zisternen sind ja nun nicht nutzbar.
Viele unserer Zimmerpflanzen, speziell Kakteen, Orchideen, Grünlinien oder die Goldfruchtpalme vertragen kein kalkhaltiges Leitungswasser.
Ähnlich wie Regenwasser ist das Schneewasser kalfrei, weich zum Gießen vieler Zimmerpflanzen geeignet. Vor allem auch zum Besprühen mit einem Luftbefeuchter, da es diese nicht verkalkt oder verklebt.
Wichtig dran zu denken: Schneewasser enthält keine Nährstoffe oder Mineralien. Es hat also keinerlei Düngerwirkung. Daher sollte je nach Jahreszeit und Bedarf der Pflanzen immer noch organischer Flüssigdünger mit hinzugegeben werden.
Anbei eine kurze Info wie Schnee überhaupt entsteht. Es ist wichtig zu wissen, dass Wassertropfen beziehungsweise eben Schneeflocken ohne Staub oder Pollenpartikel überhaupt nicht entstehen können. Eine glasklare, saubere Luft kann also weder Regen noch Schnee hervorrufen. Zur Bindung einer Schneeflocke bedarf es zum einen natürlich 0° oder weniger und einen so genannten Gefrierkeim. Das kann sein ein minimal kleines Staubkorn, das in der Luft schwirrt oder aber eben auch ein Pollenpartikel. An diesem sammelt sich dann der Regentropfen der bei entsprechender Temperatur zu einer Schneeflocke gefriert.
Das bedeutet natürlich, dass Schneewasser oder umgekehrt auch Regenwasser niemals wirklich sauber ist. Zur Verwendung in unseren Gärten spielt das aber überhaupt keine Rolle.
Bei der Verwendung von Zimmerpflanzen sollten das Schneewasser, das bei Raumtemperatur und in einem sauberen Behälter geschmolzen, wird allerdings gefiltert werden.
Das machen wir am besten mit einem Kaffeefilter oder aber einem sehr feinen Sieb um hier die Schwebstoffe, aber auch die größeren Stoffe wie zum Beispiel Äste, Nadeln oder Laub herauszufiltern.
Beim Sammeln des Schnees sollte man natürlich darauf achten, dass dieser nicht direkt an einer stark befahrenen Straße gesammelt wird. (Gummiabrieb und Streusalz) Am besten ist immer abseits der Straße oder einfach in der Natur hier aber bitte niemals den Schnee bis auf den Bodengrund entnehmen immer nur die oberste sauberste am sinnvollsten, frisch geschneite Schicht.
Nachdem der Schnee geschmolzen ist, sollten wir diesen noch 1- 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen lassen. Zu kaltes Wasser schadet dem Pflanzen.
Nun ist unser Schnee geschmolzen, und wir haben nur im Verhältnis zur Menge des Schnees eine kleine Menge Wasser gewonnen. Das liegt daran, dass der Schnee größtenteils aus Luft besteht.
Als kleine Faustregel gilt für eine 5 l. Gießkanne Schneewasser benötigen wir etwa 50-60 Liter Schnee.
Weiterhin ist darauf zu achten, dass Schneewasser und natürlich auch Regenwasser wie destilliertes Wasser zu verwenden ist, denn es enthält weder Kalk noch Mineralien oder Elektrolyte. Das gefilterte Wasser kann dann natürlich außer zum Blumen gießen, auch zum auffüllen von Autobatterien verwendet werden, da es grundsätzlich das gleiche ist wie destilliertes Wasser.
Bitte aus dem Garten immer nur so viel Schnee aus der Oberschicht entnehmen wie dringend notwendig. Grundsätzlich sollte aller Schnee im Garten liegen bleiben.
Zum einen wird der Schnee wie eine Isolierschicht und schützt die Pflanzen im Boden vor Frost. Unter der Schneedecke bleibt die Temperatur oft über 0° ein echter Vorteil führt alle Stauden und Zwiebelblumen und Co. schmilzt der Schnee durchdringt die Feuchtigkeit langsam gleichmäßig und gründlich den gesamten Gartenboden.
Regenwasser und Schnee, Schmelzwasser sollte allerdings möglichst bald verwendet werden, da dieses tatsächlich relativ schnell verderben und umkippen kann.
Quelle: Kraut und Rüben
Foto: Uwe Steigemann

