Als erstes denkt man bei viel Klee im Rasen man hat einen Pflegefehler begangen. Das Gegenteil ist aber der Fall. In den meisten Fällen handelt es sich hier um den niedrig wachsenden und kriechen Weiß Klee (Trifolium repens). Ein genauer Blick auf die Situation lohnt sich, denn oft steckt mehr dahinter als gedacht.
Wenn zwischen den Grashalme plötzlich Klee auftaucht, und leuchtet mit seinen weißen Blüten, haben viele Menschen Bedenken zum einen, weil der Klee ja Unkraut ist und zum andern aus Angst, dass man beim Barfußlaufen von den Bienen gestochen wird, denn sowohl Bienen als auch andere Insekten nehmen, den blühenden Weiß Klee sehr gerne als Nektarquelle an.
Viele Gartenbesitzer meine nun dringlichst, den Klee ausreißen oder ausstechen zu müssen und eine intensivere Düngung vorzunehmen. Aber was will mir mein Rasen hiermit sagen?
Klee ist eine Zeigerpflanze, die deutliche Anzeichen von Bodenqualität und Beschaffenheit mitteilt. Sein gehäuftes Auftreten kann unter anderem auf folgende Standortbedingungen Hinweisen.
So zum Beispiel, dass der Nährstoffgehalt im Boden nicht stinkt und dadurch eine Bodenreaktion in der Form von vermehrten Pflanzenwuchs des Weis auftritt. Zudem weist der Klee auf zu stark verdichteten Boden oder zu starke Feuchtigkeit im Rasen hin. Wie bei den Gänseblümchen kommt aber auch der Weiß Klee am liebsten in dem Bereich vor, an dem man am häufigsten im Garten läuft und somit der Boden verdichtet ist. Voll gesessen läuft hier natürlich auch das Wasser nicht so stark ab und es ist des Öfteren die Oberfläche entsprechend feucht eine einzelne Pflanze allerdings meist hier noch kaum auf veränderte Bedingungen hin man sollte seine Rasen beobachten und bei einem entsprechend zunehmenden höheren auftretend des Weißklees eventuell handeln.
Der Weißklee wächst sehr gerne flach und wird somit auch kaum tot gemäht, denn bei einer üblichen Mähhöhe von 5-6 cm erwischt man den Weißklee nicht da er kriechend ist. Seine weiß bis cremefarbenen runden Blütenköpfe deuten eindeutig auf Weißklee hin.
Gerade bei zunehmenden Trockenperioden sollte der Rasen auf keinen Fall tiefer wie 6 cm gemäht werden, denn ansonsten besteht auch bei Bestand von Weißklee und anderen Kräutern eine akute Verbrennungsgefahr bis weit in den Wurzelbereich hinein.
Andere Kleearten spielen in einem regelmäßig gemähten Rasen kaum eine Rolle wie zum Beispiel der Rotklee ,Hornklee oder Hopfenklee.
Bei einzelnen Kleepflanzen besteht überhaupt noch kein Handlungsbedarf, erst wenn die Kleeflächen überhand nehmen und die Rasenflächen eindeutig über wuchern. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass gerade bei Hitzeperiode, Klee und andere Kräuterarten die Hitze erheblich besser vertragen als das Gras im Rasen. Viele dieser Kräuterarten bleiben auch niedrig und blühen und bieten somit unseren Insekten eine wichtige Nahrungsquelle.
Möchte man dennoch den Klee beseitigen empfiehlt sich eine Bodenprobe und ein Bodentest. Diese gibt es im Gartenfachhandel oder in Laboren. Meist fehlen dem Boden hier auch Stickstoff, Phosphor oder Kali, die man mit herkömmlichen düngen wie zum Beispiel Schafwollpellets oder Hornspäne auch beseitigen kann. Zu stark verdichteter Boden lässt sich etwas aufbessern, indem man regelmäßig jedes Jahr eine dünne Schicht Sand aufbringt und diese eventuell etwas ein vertikutiert.
Der Klee kommt also nicht ohne Grund einfach so in unseren Rasen, sondern nur bei eben entsprechenden Bedingungen. Bei fehlendem Bodenstickstoff wächst das Gras auch schwächer. Die Grasnarbe lichtet sich, und der Klee nutzt rasend schnell diese freien Lücken, in denen er sich dauerhaft ausbreitet sowohl über die Wurzeln als auch über eine Art Absenker. Ebenso kann der pH-Wert eine Rolle spielen. Ist der Boden zu sauer kommen auch vermehrt Kleearten oder sogar Moose. Dies meist im Frühjahr nach der Schneeschmelze.
Der beste pH-Wert für unseren Rasen liegt bei circa 5,5-7 PH fällt der pH-Wert und der Boden wird sauberer werden einige Nährstoffe schlechter verfügbar. Die Grassamen bekommt Lücken und Weißklee setzt sich durch.
Da der Klee vornehmlich freie luftige und ansonsten krautfreie Flächen bevorzugt, besiedelt er natürlich sehr schnell Bereiche in denen Rasen, aus welchem Grund auch immer eingegangen ist.
Grundsätzlich ist Klee im Rasen, also kein Störfaktor, sondern ein Hinweis darauf, dass dem Rasen sprich den Boden etwas fehlt, wie eben zum Beispiel Nährstoffe. Andererseits verhindert er aber auch bei starken Hitzeeinwirkungen eine zu starke Austrocknung oder Verbrennung unserer Rasenflächen.
Außerdem ist der Klee eine so genannte Legomimose. Das bedeutet er bindet mit seinen Wurzeln im Boden Stickstoff und düngt somit den Rasen, was wir ja eigentlich auch möchten. Wie alle Kleearten werden an den Wurzeln, kleine Knöllchenbakterien, gebildet, mit denen die Pflanze aus der Luft Stickstoff bindet und an den Boden wieder abgibt.
D.h. also unser Klee verbessert auch die Bodenstruktur, denn die Pfahlwurzeln des Klees reichen sehr tief in den Boden hinein und aus dem Grund ist er auch bei Trockenphasen immer noch grün. Seine Wurzeln lockern den Boden und kommen somit ebenfalls dem Rasen zugute. So gesessen wird auch die Wasseraufnahme des Bodens verbessert und eine Staunässe verhindert.
Der Weißklee blüht normalerweise von Mai bis Oktober. In diesem Zeitraum sind natürlich auch vermehrt Bienen auf dem Rasen sprich dem Klee zu finden. Daher sollte man beim Barfußlaufen etwas vorsichtig sein, damit man nicht gestochen wird. Wer dennoch regelmäßig seinen Rasen mähen möchte, sollte kleine Inseln mit blühenden Klee oder anderen Kräutern einfach mal stehen lassen, um unseren Insekten etwas Gutes zu tun.
Wenn du Klee halten möchtest, ist das eine gute Idee. Lass ihn stehen. Beobachte das Ganze. Du förderst, damit das Mikroklima und eine Insektennahrungsquelle sowie das verhindern von braun werden bei Trockenperioden. Wenn der Klee nicht von alleine kommt, besteht selbstverständlich auch die Möglichkeit Samenmischungen von niedrig wachsenden Kleearten auszubringen. Da Kleesamen sehr klein sind, empfiehlt es sich die Samen eins zu eins mit Sand zu mischen beim ausstreuen. Danach die Kleesamen, am besten etwas in den Rasen einrechen und anrücken sowie gießen.
Wer den Klee beseitigen möchte, kann bei zu sauren Boden mit etwas Kalk nachhelfen und somit verschwindet auch der Klee. Rasenmäher etwas höher einstellen etwa auf 4-6 cm. Das sorgt für dichteren Rasenwuchs und verhindert kahle Flächen, die der Klee gleich wieder besiedeln würde.
Kahle Rasenstellen mit einer Rasenmischung nach säen und ebenfalls das regelmäßige auflockern des Bodens verhindern ein Kleewachstum. Nicht zu empfehlen sind chemische Herbizide, da diese unserem gesamten Ökosystem schaden.
Foto Uwe Steigemann

