Beim Anblick der Weinbergschnecke verzweifeln viele Gartenbesitzer. Aber Halt die Weinbergschnecke richtet, so gut wie keinen Schaden in unseren Gärten beziehungsweise unseren Nutzpflanzen an.
Sie ist ein faszinierendes Tier und hat viele kuriose Besonderheiten.
Unter anderem ist die Weinbergschnecke größte Landschneckenart Europas.
Der Name Helix leidet sich ab von Spirale, bezogen auf das spiralförmige Gehäuse der Weinbergschnecke.
Die Spiralen der Weinbergschnecke sind im Normalfall immer rechtsdrehend. Wer eine links drehendes Gehäuse findet der kann von Glück reden, denn diese sind extrem selten. Die Chance, ein links drehendes Schneckenhaus zu finden, liegt in etwa bei 1: 40.000.
Die Weinbergschnecke wird in der freien Natur circa 5-10 Jahre alt in Zuchtanlagen, sogar bis 30 Jahre. Am Rand des Schneckenhauses bildet sich jedes Jahr ein etwas dickerer, weißer Rand. Zählt man diese an dem Windungen des Schneckenhauses kann man das Alter erkennen wie die Jahresringe an einer Baumscheibe.
Sie hat ihn etwa ein Gewicht von 30 g und einen Durchmesser zwischen 3 und 5 cm. Gemessen von Kopf bis Fuß wird das Tier bis zu circa 10 cm lang.
Der Lebensraum von Weinbergschnecken sind lichte Wälder, Gebüsche und gut beschattete und mit dichten Kraut bewachsene offene Lebensräume. Am liebsten mögen die Tiere Umgebungen mit viel kalkhaltige Erde, da sie den Kalk auch benötigen, um ihr Haus zu bauen.
Die Weinbergschnecke kommt vor in ganz Europa. Es gibt in erster Linie die gebänderte und in etwas seltenen Fällen auch die gepunktete Weinbergschnecke.
Beide Arten sind streng geschützt.
Im lebenden Zustand sind die Gehäuse der Weinbergschnecke von hellbraun bis dunkelbraun in allen Varianten zu finden. Leere Gehäuse werden innerhalb kürzester Zeit ganz weiß.
In Europa gibt es viele Zuchtanlagen, in denen die Weinbergschnecke zu Nahrungszwecken gezüchtet wird. Auch bei uns war bis vor einiger Zeit das Sammeln mit entsprechender Genehmigung erlaubt. Leider hat der Bestand vor allem in Deutschland sehr stark abgenommen und aus dem Grund dürfen diese nicht mehr gesammelt werden. Der Grund des Rückganges sind zum einen viel zu sterile und ausgeräumt Garten- und Parkanlagen, dann jede Art von Spritzmittel und Schneckenkorn. Aber auch technische Geräte, mit denen nicht sachgerecht gehandhabt wird, töten die Weinbergschnecke wie zum Beispiel Freischneider oder Mähroboter.
Wie alle Schneckenarten bewegt sich auch die Weinbergschnecke auf einer Schleimschicht vorwärts, die sich selbst produziert. Mit dieser Schicht kann die Schnecke auf allen Untergründen fortbewegen. Auch zum Beispiel auf der scharfen Kante einer Rasierklinge. Das Tier verletzt sich nicht.
Die Weinbergschnecke kommt auch bei uns meist in naturnahen Gärten oder Waldnahen Gärten vor.
Die Weinbergschnecke ist ein nützlicher Helfer in unseren Gärten, da sie in aller erster Linie totes Pflanzenmaterial verarbeitet und somit wertvollen guten Humus produziert. Am liebsten mögen die Tiere abgestorbene Pflanzenteile, Obst und Gemüsereste, die sie mit ihrer Raspelzunge und in circa 40.000 winzigen Zähnchen zerreiben und verdauen. Die Eier andere Schnecken fressen die Weinbergschnecke nicht. Hierzu gibt es keine wissenschaftlichen Belege.
Nur in Ausnahmefällen und wenn nicht genügend verrottetes Biomaterial vorhanden ist, vergreifen Sie sich ab und an mal an unseren Nutzpflanzen. Sie leben auch kannibalisch und fressen an toten Tieren sogar auch an toten Schnecken.
Die Paarungszeit der Weinbergschnecke ist im Frühjahr bei entsprechend feuchter Witterung, Weinbergschnecken sind Twitter, d.h. jedes Tier besitzt sowohl weibliche als auch männliche Geschlechtsorgane. Zwei sich zufällig treffende Tiere können sich in der Paarungsphase also problemlos Paaren, indem sich beide Tiere gegenseitig Kalkpfeile in den Fuß stechen und Sperma übertragen. Ein Hochzeitsakt bei den Weinbergschnecke kann bis zu 20 Stunden dauern.
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Fotos: Uwe Steigemann




