Zapfen in Insektenhotels Gut oder Böse?

Zapfen sind in Insektenhotels eine häufig beobachtete und beliebte Beigabe. Viele Insider kritisieren diese aber und betrachten diese Art der Insektenhotel Füllung als unbrauchbar und minderwertig. Ich versuche in diesem Beitrag eine möglichst neutrale Haltung einzunehmen und der Frage nachzugehen, ob Zapfen in einer Nützlingsunterkunft etwas verloren haben oder nicht.

Alle diese Argumente leuchten ein und würden Zapfen eigentlich zu einem Super-Füllstoff machen. Die Kehrseite der Medaille sind allerdings diese Punkte:

  • Eigentlich handelt es sich bei den Zapfen um Samenverteilungsmittel der Bäume und nicht um einen Unterschlupf für Insekten.
  • Sie benötigen mit Sicherheit ein Drahtgeflecht, um die Zapfen im Hotel zu halten (ansonsten fallen sie bei der ersten Gelegenheit heraus).
  • Mit Zapfen (oder sonstigen Zapfen) bieten Sie oft genau denjenigen Insekten (wenn überhaupt welche kommen) Unterschlupf, die sich kaum mit Wildbienen vertragen (Stichwort: Pollendiebe).

Ich selbst bevorzuge daher Hotels ohne Tannenzapfen, Kiefernzapfen oder auch Fichtenzapfen.

Meiner Erfahrung nach werten diese aber das Hotel kaum auf, bis auf den Umstand, dass sie nicht schlecht aussehen.

Wem nutzen die Zapfen in den Insektenhotels?

Wenn überhaupt eine Nutzung erfolgt, dann meistens von Marienkäfern. Ohrwürmern oder Florfliegen (eher tagsüber, da sie dämmerungs- bzw. nachtaktive Tiere sind).

Florfliegen und Marienkäfer sind gute Freunde, wenn es darum geht, Blattläuse zu vernichten. Ein Insektenhotel mit Zapfen ist daher in aller Regel in der Nähe von Pflanzen gut, die mit diesen Schädlingen zu kämpfen haben.

Da sich aber zum Beispiel Ohrwürmer mit Wildbienen nicht gut vertragen (sie stehlen die mühsam gesammelten Pollen), ist es meiner Ansicht nach die beste Möglichkeit, Zapfen isoliert zur Verfügung zu stellen.

Sie können zum Beispiel ein Netz verwenden und in dieses verschiedene Zapfen einfüllen. Dieses hängen Sie dann im Garten auf – bevorzugt dort, wo es Schildläuse gibt. Somit könnten Sie ein Besiedelung erreichen und niemand muss sich mit Wildbienen den Platz im Insektenhotel streitig machen.

Alternativen zu Zapfen in Insektenhotels

Alternativen zu Zapfen im Insektenhotel

Als geeignete Alternative zu Fichtenzapfen, Kiefernzapfen oder Tannenzapfen im Insektenhotel ist die Verwendung von Bambusröhrchen oder Bohrungen im Hartholz. Diese Behausungen verwenden Wildbienen zum Nisten und legen dort ihre Eier ab.

Diese Gänge sind oft effektiver als Zapfen, Stroh oder anderes Füllmaterial. Außerdem ist die Beobachtung von Wildbienen für mich eine viel schönere Tätigkeit als die Sichtung von Florfliegen oder Ohrwürmern.

Daher ist für mich ein Insektenhotel, dass sich auf die Behausung von Wildbienen spezialisiert immer noch die beste Wahl anstelle eines Bausatzes, bei dem auch Zapfen dabei sind.

Wenn es schon Zapfen sein sollen, dann meiner Meinung nach am besten isoliert und ohne weitere Füllungen. Das halte ich am effizientesten.

So nun aber ein Sache an die kaum ein Insekten und Naturfreund denkt.

Wie wir alle in der Schule gelernt haben, gehen Zapfen (egal welcher Art) bei Wäre auf. Also schön zum Verstecken für die Insekten die sich darin verstecken. Übrigens auch Spinnen suchen darin Schutz. 

So nun wissen wie aber auch, das in der Nacht oder im Winter bei kalten Temperaturen sich die Zapfen wieder schließen. Nun was passiert da. Die Insekten die in den Zapfen leben oder sich versteckt haben werden zwangsweise zerquetscht und sterben oder werden verletzt. Somit also BITTE kleine Zapfen verwenden. Nehmt lieber Holzwolle, grobe Hackspäne oder Stroh.

Text: Insektenhotel.net und Uwe Steigemann

Fotos: Uwe Steigemann

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