Obstsorten für die Rhön

Wir pflanzen einen Obstbaum! Obstsorten für die Rhön

Wie pflanze ich wann welchen Baum?

Wir machen uns Gedanken darüber; welches Obst wir möchten, und welche Baumart und an welcher Stelle der Baum im Garten gepflanzt werden soll. 

Wichtig bei der Planung ist der gesetzlich vorgegebene Abstand zum Nachbargrundstück. Und natürlich die eventuell zu erwartende Höhe und der Durchmesser der Krone

Deshalb gilt es, daß man sich im Vorfeld gut informiert. Welche Sorten sich am besten hier –in der Rhön– eignen.

Weitere Infos gibt auch die Rhöner Apfelinitiative (im Biosphärenreservat Rhön).

Geeignete Apfelsorten in der Rhön

Apfelsorten für die RhönHerkunftGeschmackGenussreifeSonstiges
Sorten aus der Rhön
Seebaer BorsdorferBereich Seeba/MeiningenSüß- Süß-säuerlichAb OktoberLagerapfel
Reders GoldreneteMellrichstadt und Umgebungsüß-süßweinigMitte bis Ende SeptemberTafelapfel/Wirtschaftsapfel
PflankenapfelFladungenSelten
Münnerstädter ApfelMünnerstadt/Bad Neustadt
Roter AusbacherKuppenrhön Hohenroda AusbachSeptemberWirtschaftsapfel Mostapfel
Streifapfel
Rhöner SchafsnaseKyffhäuser KreisEnde November-Ende FebruarMostapfel fällt leicht ab
Bulcher Jochusapfel
Herschfelder RamburBad Neustadt Herschfeld
Sandberger RenetteSandberg Walddörfer
Hausener ZitronenapfelHausen Roth Fladungen Umfeld1996 wieder entdeckt
Rote WalzeHausen Roth Fladungen Umfeld1996 wieder entdeckt
Hauptsorten
Kaiser WilhelmApfel des Jahres 2007
Goldparmäne
Landsberger RenettePollenspender
OntarioSeptember bis NovemberVitaminreich
Rheinischer BohnapfelMostapfel Apfel des Jahres 2022
BrettacherMostapfel  
Baumanns RenetteMassenträger
Weißer KlarapfelSommerapfel
Jakob FischerSommerapfel
Winterrambur
Schöner von Boskoop
Goldrenette von Blenheim
Lohrer Rambour
Dülmener Herbsrosenapfel
Boikenapfel
Riesenboiken
Croncels
Rote Sternrenette
Danziger Kantapfel
Prinzenapfel
Jakob Lebel
Ergänzungssorten
Harberts RenetteLederapfel
Roter Trierer WeinapfelMostapfel
Bulcher
Charlamowsky
Geflammter Kardinal
Grüner Stettiner
Langer Grüner Gulderrling
Zabergäurenette
Biesterfelder Renette
Erbachshofer Weinapfel
Schöner von Nordhausen
Graue Herbsrenette
Prinz Albrecht von Preußen
Kasseler Renette
Coulons Renate
Rote Walze
Jochusapfel
Aderslebener Kalvill
Weißer Winterglockenapfel
Geheimrat von Breunhan
Minister Hammerstein
Königlicher Kurzstiel

Ostheimer Weichsel, wurde von Ostheim /Rhön aus verbreitet.

Von Adam Zentgraf erstellt.

Diese Sorten sind alle im Obstsortenerhaltungsgarten in Hausen/Rhön gesichert.

Edelreiser dieser Sorten sind über Adam Zentgraf, Reineckestraße 9,

in 97647 Hausen/Rhön Tel. 09778/1479 oder 

zu erwerben.

Diese 4 Hauptbaumarten sind verfügbar.

  • Spalierobst z.B. an der Hauswand oder einem Gestell 4-5 Meter
  • Buschbaum Kronenansatz bei 40-60 cm
  • Halbstamm Kronenansatz bei 100-120 cm
  • Hochstamm Kronenansatz bei 180-200 Meter

Qualitäten:

Den Buschbaum gibt es zweijährig oder dreijährig, er wird immer auf eine schwache Wurzel, z.B. auf MM106 (Apfel), Pyrodwarf o. Quitte (Birne), Giesele5 oder Colt (Kirsche) Wawit o. Wangenheims (Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden) veredelt und wächst schwach (Wuchshöhe bis ca. 3 Meter.

Der Halbstamm ist dreijährig, diesen veredeln wir auf zwei sehr unterschiedliche Wurzeln!

Für kleinbleibende Halbstamm-Bäume veredeln wir auf die selben Wurzeln wie Buschbaum, siehe oben.

Für großwachsende Halbstamm-Bäume veredeln wir auf die gleichen Wurzeln wie beim Hochstamm, siehe unten.

Der Hochstamm hat immer eine starke Sämlingswurzel und wird sehr groß (bis 8 Meter), hier könnt ihr unter verschiedenen Stammdicken wählen. Stammumfang 6-8 bedeutet 6-8 cm Umfang, gemessen in 1 Meter Stammhöhe.

Einige ausgesuchte Bäume sind als Solitäre lieferbar, diese sind je nach Größe 6-10 Jahre alt. Die Bäume haben eine mehrjährige Krone und kommen bald zum Erfolg.

Vor dem Versand oder frisch aus der Baumschule erhalten die wurzelnackten Bäume einen fachgerechten Pflanzenschnitt. 

Was wird alles an Gerätschaften benötigt?

  • Spaten oder Schaufel
  • Eimer
  • Pflanzpflock ca. 150-180cm Hoch und ca. 5-8 cm Durchmesser angespitzt
  • Gießkanne
  • Schwerer Hammer (Schlegel)
  • Gartenschere
  • eventuell etwas Hasendraht als Verbisschutz gegen WühlMäuse
  • eventuell einen Stammschutz
  • etwas Langzeitdünger Hornspäne, 
  • Kompost 
  • etwas Mulchmaterial (Kein Stroh) das lockt die Mäuse an die die Wurzeln anfressen. 
  • Und natürlich der Obstbaum.

Foto: Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Fichtelgebirge

Vor dem Pflanzen sollten die Bäume gut gewässert werden. Am besten ein paar Stunden in einen Eimer mit Wasser stellen. Vor allem wenn die Wurzel sehr trocken sind.

Nun kanns losgehen:

1. Loch ausheben

Das Pflanzloch sollte ca. 1,5-mal so breit und 1,5-mal so tief sein wie das Wurzelwerk bzw. der Ballen. Den Grund des Lochs mit einer Grabgabel etwas auflockern

2. Pfahl einschlagen

Der Pfahl sollte bei Hoch- und Halbstämmen zum Schluss kurz unterhalb des Kronenansatzes aufhören. Die Entfernung zum Stamm sollte ca. 20-30 cm betragen

3. Wühlmauskorb einlegen

Den fertigen Wühlmauskorb in das Loch legen und ausfalten. Alternativ aus verzinktem Hasendraht einen Korb selbst formen.

4. Baum einsetzen

Beim wurzelnackten Baum die Wurzeln etwas anschneiden, Bei Containerware Topf entfernen und Ballen etwas „aufmachen“, d.h. die Wurzeln lockern. Baum aufrecht ins Loch stellen. Die Veredelungsstelle (Verdickung am Stammfuß) soll zum Schluss eine Handbreit über dem Boden sein.

5. Loch verfüllen

Nun rund um die Wurzeln locker Erde einfüllen, die mit Kompost und etwas Hornspänen angereichert wird. Es dürfen keine Hohlräume entstehen. Zum Schluss die Erde um den Stamm etwas antreten. Den Wühlmauskorb oben schließen und gut an den Stamm drücken.

6. Anbinden

Mit dem Kokosstrick eine doppelte Achterschlinge um Baumstamm (nah am Kronenansatz) und Pfahl legen, dabei darauf achten, dass der Baumstamm genau senkrecht gezogen wird. Dann den Zwischenraum der Schlinge fest mit dem Kokosstrick umwickeln und festbinden. Der Baum darf später nicht mehr im Wind hin- und herwackeln.

7. Pflanzschnitt

Für eine Rundkronenerziehung wählen Sie eine Stammverlängerung (der mittige Ast, der gerade nach oben wächst) und drei starke Leitäste aus, die möglichst gleichmäßig rund um den Stamm verteilt sind. Alles andere wird weggeschnitten. Die Leitäste werden stark angeschnitten, so dass sie überall die gleiche Höhe haben (Saftwaage), die Stammverlängerung wird angeschnitten, so dass sie eine Handbreit über den Leitästen endet.

8. Stammschutz anbringen

Bei Pflanzung in der Landschaft wird als Verbisschutz eine Plastikmanschette um den Stamm gelegt oder eine Schilfmatte umgebunden. Dies schützt den Stamm auch im Garten vor Sonneneinstrahlung im Winter oder Mähschäden.

9. Gießrand und Mulchschicht herstellen

Ein kleiner Erdwall um die Baumscheibe erleichtert das Gießen. Eine 5cm dicke Mulchschicht (Rindenmulch, Hackschnitzel) oder eine Mulchscheibe aus Kokos auf der Baumscheibe reduzieren im Sommer die Verdunstung und verhindern das Einwachsen.

10. Angießen

Nun kräftig mit der Gießkanne mit Brause angießen und so die Erde um die Wurzeln einschlämmen – auch bei Regen notwendig!

Wie geht’s weiter?

Neu gepflanzte Bäume sollten mindestens noch zwei Sommer bei Trockenheit ausgiebig gewässert werden. Der Pfahl und Kokosstrick müssen jährlich kontrolliert und evtl. erneuert werden (Einwuchsgefahr). Nach ca. 4 Jahren braucht der Hoch- oder Halbstamm keine Verankerung mehr. Kleinwüchsige Obstbäume benötigen ihr Leben lang einen Pfahl. Die Baumscheibe muss die ersten Jahre immer frei von Bewuchs (auch Rasen) gehalten werden, sonst kümmern die Bäume. Eine gelegentliche organische Düngung der Baumscheibe ist förderlich.

Die ersten 5 Jahre sollte der Obstbaum einen Erziehungsschnitt genießen, der ein tragfähiges Kronengerüst aufbaut. Hierbei werden jährlich die Leittriebe und die Stammverlängerung angeschnitten und Konkurrenztriebe entfernt, sowie die Krone ausgelichtet.

Halb- und Hochstämme tragen nach ca. 10 Jahren Früchte, und können bis zu 100 Jahre leben, kleinwüchsigere Baumformen tragen oft schon nach 2-3 Jahren, aber müssen oft schon nach 15-20 Jahren ersetzt werden.

Quellen: Gartenbauverein Fichtelgebirge, Adam Zentgraf Obst und Gartenbauverein Haus/Roth Rhön, Rhöner Apfelinitiative


Zusammenstellung und Fotos: Uwe Steigemann

Rhöner Sortenangaben und Textteile mit freundlicher Genehmigung von Adam Zentgraf

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