Torf nein Danke.


Warum sollten wir auf Torf aus Mooren verzichten? 

Hochmoore sind extrem wichtige Biotope die eine große Anzahl seltener Tiere und Pflanzen beherbergen. Moore sind große Wasserspeicher und Trinkwasserfilter. Wir alles sollten diese Wertvollen Landschaften schützen. In Deutschland sind diese inzwischen zum Glück alle streng geschützt und leisten einen großen Beitrag zur Biodiversität. 

Warum ist Torf in der Gartenerde? 

Torf ist eine gute Basis für Garten Blumenerden. Das liegt daran, dass er Wasser gut speichert, ohne dass die Wurzeln an Luftmangel leiden und so zu faulen beginnen. Außerdem ist sein pH-Wert und Nährstoffgehalt flexibel einstellbar, je nachdem, welche Pflanze kultiviert werden soll. Zu guter Letzt ist er im trockenen Zustand schön leicht, also gut zu transportieren.
Doch leider hat Torf auch Nachteile: Torf ist eine endliche Ressource und sein Abbau und seine Verwendung setzen CO2 frei, das eigentlich besser im Boden gespeichert verbleiben sollte. Der weitere Abbau von Torf verhindert, dass ehemalige Moore wieder vernässt werden und ihre Arbeit als CO2-Speicher wieder aufnehmen können.
Wegen seiner Vor- und Nachteile sollten sowohl Profis als auch Hobbygärtner im Rahmen ihrer Möglichkeiten auf Torf-Ersatz setzen. (Textauszug aus https://www.plantura.garden)

Wer ein Moorbeet anlegen möchte oder auch Pflanzerde kauft, sollte immer darauf achten keinen Torf zu verwenden. 

Auf den Packungen sollte immer stehen „Ohne Torf“ oder „Torffrei“

Zuerst mal bei den örtlichen Gärtnereien nachfragen. Viele Produzieren ihre torffreien Erden selbst.

Die nächste Anlaufstelle im Landkreis Rhön-Grabfeld ist die Kompostfirma Heinisch bei Heustreu. 

  • Holzfasern und feiner Holzhäcksel:

Aus unbehandelte Holzresten hergestellt. Dräniert den Boden und Düngt durch Verrottung. Hält wenig das Wasser aber lüftet den Boden. 

  • Kompost Kann jeden im Garten selbst herstellen. Der kann dann je nach Bedarf mit verschiednen Hilfsmitteln vermischt werden. Hoher Nährstoffanteil hält das Wasser mäßig. Lüftet mäßig bis gut.
  • Sand lockert den Boden und lüftet und dräniert. Hält kein Wasser und keine Nährstoffe. 
  • Bentonit ist eine natürliche Tonmischung aus verschiedenen Tonmineralien. Hält sehr gut das Wasser, Lüftet, düngt aber nicht. 
  • Blähton. Bekannt aus der Hydrokultur Sehr geringe Wasser und Nähstoffspeicherung, verbessert die Wasserdurchlässigkeit. 
  • Kokosmaterial wie Kokosmark, Kokosfasern Kokoschips oder reine Kokoserde.
  • Reishülsen/Reispelzen Ist ein Dreschabfall beim Dreschen von Reis. Sehr leicht, lockern den Boden stark auf, geben Nährstoffe beim Verrotten, Speichern aber kaum Wasser oder Nähstoffe.
  • Perlite ist ein vulkanisches Glas das unter großer Hitze expandiert und porös wird. PH Neutral, hält keine Nähstoffe, speichert geringe Mengen Wasser, lockwert sehr gut und lüftet. 
  • Pinienrinde sorgt für gute Belüftung, hat kaum Nähstoffe, wird in der EU nachhaltig aus Rohstoffen hergestellt.
  • Xylit ist die Vorstufe von Braunkohle, ein Nebenprodukt der Braunkohleindustrie, lüftet gut, guter Wasserspeicher.

– Streu von Nadelbäumen wie Fichten oder Kiefern auch Tannen. Bringen viel Nähstoffen, halten gut das Wasser, durchlüften sehr gut, machen den Boden sauer, 

  • Häutchen die beim Kaffeerösten als Abfall anfallen. Die sind sehr leicht, durchlüften sehr gut, bringen Nähstoffe in den Boden, halten aber kaum Wasser. Bezug hier möglich.  

Weiter Infos zu Bodenverbesserer gibt es hier

Beim Landesamt für Umweltschutz gibt es dazu eine schöne Broschüre

Weiter Produkte zur Bodenverbesserung sind z.B. Rindenhumus, Ziegelbruch, naturbelassenen Katzenstreu. Im Fachhandel wird es aber noch viel weiter Produkte geben.

Kokoserde Kompost fein gesiebt torffreie Blumenerde

Text: Uwe Steigemann

Fotos: Uwe Steigemann

Uwe Steigemann

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